Ausgelesen: „Blue Skies“ von T. C. Boyle

Leseempfehlung!

Boyle schreibt über das Leben im sich zuspitzenden Klimawandel ohne eine Katastrophe zu beschreiben. Anders gesagt: er beschreibt die Fähigkeit des Menschen, die Katastrophe zwar intellektuell wahrzunehmen, deshalb aber doch nicht das Ruder herum zu werfen. Stattdessen experimentiert man mit essbaren Insekten im persönlichen Speiseplan und spart Wasser. Aber auch nur Wasser, dafür fließt Alkohil ohne Ende – vielleicht auch ein Symptom der Katastrophe. Das Beibehalten des persönlichen Lebensstils ist weniger durch den Klimawandel direkt gefährdet, größere Gefahren gehen von den altvertrauten Problemen im Liebesleben und Familienkreis aus.

So erzählt er also eine fast schon langweilige Geschichte einer Familie, deren einer Teil im dürregeplagten Kalifornien, deren anderer Teil im Dauerregen Floridas ihre kleine menschlichen Sorgen plagen. Witzig, denn auch Waldbrände und einstürzen Häuser treten auf, werden aber in das Alltagsleben integriert. Dramatischer ist der Tod eines Kleinkinds, das katastrophale Liebesleben und die Frage, ab das Auto auch nix abbekommen hat.

Politik? Proteste? Nee, darum geht’s ihm offensichtlich nicht. Eher um die Fähigkeit des Menschen, wie ein Frosch im Kochtopf mit den steigenden Temperaturen klar zu kommen.

Am Ende dann die Wende – ein Deus ex macina in Gestalt eines Multimilliardärs betreibt selbstherrlich Geoengeneering. Wird es helfen? Wird es neue Probleme schaffen? Egal, denn Boyles Protagonisten wursteln sich durch alles durch.

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